Gegen Telefonterror und Gewinnspielbetrug am Telefon

Telefonbetrug – Wie reagiert man bei betrügerischen Anrufen

Die Zahl der Telefonbetrugsfälle in Deutschland steigt rasant an. Doch wer einmal zu spät bemerkt, dass er ein Opfer einer Betrugsmasche wurde, ist als Verbraucher nicht vollkommen wehrlos. Wer schnell reagiert, kann nicht nur das eigene Bankkonto, sondern auch andere Verbraucher vor weiteren Straftaten des Anrufers schützen.

Unter dem Begriff „Telefonbetrug“ fasst man allgemein verschiedene Szenarien zusammen, die dem Verbraucher in irgendeiner Art und Weise um Geld oder Sachwerte zu erleichtern. Die häufigsten Fälle möchten wir kurz vorstellen:

 

Gewinnspielbetrug:

Der Anrufer meldet sich als Radio xyz oder sonstiger namenhaften oder erfundenen Institution mit der Nachricht, der Angerufene habe den Hauptpreis bei einem bestimmten Gewinnspiel gewonnen. Nach den üblichen Gratulationen folgt dann die Nachricht, dass für die Überführung des Geldes oder des Hauptpreises (oft sind es Oberklasse-Autos oder Luxusgüter) eine Vorabgebühr fällig sei. Diese soll über UKash (anonymes elektronisches Bezahlverfahren) an einen „Anwalt“ übermittelt werden. Gewinnspiel, Hauptpreis und Anwalt gibt es natürlich nicht.

Alternativ wird anstelle des Sachgewinns als Hauptpreis eine Traumreise in Aussicht gestellt. Um die Gebühren und anfallenden Steuern für den Gewinn zu begleichen, soll man ein Zeitschriftenabo abschließen. Mit der ersten Zeitschrift kommt dann tatsächlich ein Reisegutschein über 5% – bei einem unbekannten Reiseanbieter. Einziger Gewinner: Der Vermittler des Zeitschriftenabos – er kassiert vom Verlag eine nicht unerhebliche Prämie für den Abschluß des Abonnements.

 

Lockanrufe:

Lockanrufe sollen den Verbraucher dazu bringen, eine kostenpflichtige Mehrwertnummer anzuwählen. Oft werden hierbei automatisierte Telefonroboter eingesetzt, die mit gefälschter übermittelter Rufnummer bei einem Anschluss kurz anklingeln lassen und so den Anschlussinhaber neugierig und zu einem Rückruf animieren wollen. Häufig wird auch ein Sprachcomputer eingesetzt, der einem attraktive Prämien in Aussicht stellt, wenn man denn eine 0900er-Nummer anruft, die weitere Informationen bereit hält. Hier läuft oftmals auch nur ein Band – auf Kosten des Anrufenden.

Doch wie sollten Sie bei Lockanrufen/Kostenfallen reagieren?

Rufen Sie keine 0900er-Nummern an. Auch 0180-Dienste sind in Deutschland kostenpflichtig. Notieren Sie sich die Rufnummer und melden Sie den Versuch der Bundesnetzagentur. Die Behörde kann dafür sorgen, dass die Rufnummer abgeschaltet wird und ein Verfahren gegen den Betreiber eröffnen. Hier gibt es die vorgefertigte Formulare: http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1912/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Verbraucher/Rufnummernmissbrauch/Beschwerdeeinreichen/beschwerdeeinreichen-node.html

Weitere Hilfen bei verdächtigen Telefonanrufen: http://www.anruf-info.de/was-tun-bei-telefonterror-spit-anrufspam.php

Sollten Ihnen dennoch Kosten entstanden sein, melden Sie sich umgehend bei Ihrem Telefonanbieter/Provider unter Angabe der Bearbeitungsnummer der Bundesnetzagentur. Oftmals werden Ihnen die Kosten nicht berechnet oder nachträglich erstattet. Wurde das Geld von Ihrem Konto eingezogen, veranlassen Sie Ihre Bank das Geld innerhalb von 4 Wochen zurückzubuchen. Informieren Sie aber vorab auf jeden Fall Ihren Provider und den Anbieter der 0900er Nummer unter Nennung des Sachverhalts.

 

Schockanrufe:

Seit einigen Monaten werden so genannte Schockanrufe getätigt. Der Anrufer gibt sich z.B. als Unfallzeuge auf und behauptet, der Sohn/ die Tochter des Opfers habe einen schweren Verkehrsunfall im Ausland gehabt und für die medizinische Versorgung sei dringend und schnell ein gewisser Geldbetrag nötig. Dieser wird dann auch prompt von einem „Notar“ abgeholt.

Hier sollten Sie vor allem die Nerven bewahren. Oft sind die Anrufer schauspielerisch geschickt und klingen recht glaubhaft. Überlegen Sie, ob Ihr Verwandter überhaupt im Ausland sein kann. Fragen Sie nach der Haarfarbe oder Frisur. Verlangen Sie, dass der Anrufer Ihnen eine Festnetznummer des Krankenhauses oder eine Rückrufnummer (keine Mobilfunknummer) nennt – alternativ vereinbaren Sie einen erneuten Anruf in 30 Minuten und informieren zwischenzeitlich die Polizei. Diese wird sich freuen, den angeblichen „Notar“ bei Ihnen zu Hause in Empfang nehmen zu können.

 

Unterscheidung: Telefonbetrug und unerlaubte Telefonwerbung

Beim Telefonbetrug haben es die kriminellen Anrufer auf das Geld der Verbraucher abgesehen. Unerlaubte Telefonwerbung hingegen versucht ein Produkt oder eine Dienstleistung an den Mann zu bringen. Solche Werbeanrufe sind nur zulässig, wenn der Verbraucher vorab ausdrücklich seine Einwilligung gegeben hat. Der Anrufende muss zudem seine Rufnummer übermitteln. Liegt ein Verstoß gegen diese Bedingungen vor, drohen dem Betreiber der Rufnummer empfindliche Geldstrafen – laut aktuellem Gesetzentwurf bis zu 300.000 €.

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